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Vom (Un-)Sinn der Vitamine

Vom (Un-)Sinn der Vitamine

Vitamine sind ein Lebenselexier. Dennoch vernachlässigen es viele Allgemeinmediziner, ihre Patienten regelmäßig daraufhin zu untersuchen.

Im Wort Vitamin steckt das Wort Vita – das Leben. Der zweite Teil des Wortes kommt von Amin, sprich Stickstoffverbindung, da man früher fälschlicherweise glaubte, alle Vitamine seien Stickstoffverbindungen. Würde nur ein Vitamin ganz fehlen, dann wäre man tot. Darum sind Vitamine zwingend lebensnotwendige Substanzen. Hat man von einem oder mehreren Vitaminen zu wenig, ist man zwar nicht gleich tot, aber eben nicht ganz so lebendig, wie man sein könnte.
Leider sind die Vitamine ein Stiefkind in der Schulmedizin. „Vitamine haben wir alle genug.“ „Vitamine machen teuren Urin.“ So glauben und argumentieren viele Hausärzte. Darum werden Vitamine nie im Blut gemessen, geschweige denn substituiert. Dabei wurde für die Entdeckung fast jedes Vitamins ein Nobelpreis verliehen, da es sich immer um bahnbrechende Erkenntnisse handelte. Das hat bei den Medikamenten nur das Penicillin geschafft.
Ahnen Sie, warum die Medizin nicht mit Vitaminen arbeitet? Weil man diese, im Gegensatz zu Medikamenten, nicht patentieren kann. Dabei wirken Vitamine fast immer um ein Vielfaches besser als Medikamente – und zwar ohne Nebenwirkungen. Ein Beispiel: Die unabhängige American Heart Association erklärt, dass Vitamin E in ausreichend hoher Dosierung das Herzinfarktund Schlaganfallrisiko effektiver senkt als die pharmakologischen Blutfettsenker (Statine). In Zahlen heißt dies: Bei einer täglich eingenommenen Vitamin-E-Dosis zwischen 400 und 800 Nanomol pro Liter (I.E). wurde die Anzahl der Herzinfarkte um 77 Prozent gesenkt. Wenn es Sie interessiert, um wie viel Ihr Herzinfarktrisiko im gleichen Zeitraum bei den Statinen gesenkt wird, würde Sie das verblüffen: Wenn man die Zahlen richtig liest, sind das nämlich nur 1,8 Prozent.
Umgekehrt ist das Verhältnis bei den Nebenwirkungen: Die treten bei Vitamin E in dieser Dosierung nicht auf. Bei den Sta tinen sieht das anders aus: Muskelschmerzen, Muskelzersetzung, Nierenschäden, Diabetes, Potenzstörungen, Glaukome und Ekzeme – um nur die häufigsten zu nennen. Und dennoch: Für Statine geben die deutschen Krankenkassen, aber fünf Milliarden Euro jährlich aus. Vitamine werden – selbst wenn sie vom Arzt verordnet werden – nur in den seltensten Fällen von der Kasse ersetzt.

Selektive Wirkung

Ein weiteres Beispiel: Hoch dosierte Vitamin- C-Infusionen wirken besser gegen Krebs als die meisten Chemotherapeutika – werden aber nicht eingesetzt. Das wäre dann wohl doch zu einfach. Dabei wirkt Vitamin C effektiver als die 30 gängigen hochgiftigen und immens teuren Chemotherapeutika. Es tötet selektiv Krebszellen ab und lässt gesunde Zellen dabei in Ruhe. Chemotherapeutika bilden dagegen Kollateralschäden bei allen Zellen, die sich schnell teilen – nicht nur bei den Krebszellen. So ist der Haarausfall die häufigste sichtbare Nebenwirkung der Chemotherapie, gefolgt von Schädigungen des Immunsystems und der Schleimhäute.
Noch besser ist es natürlich, die Abwehr und Gesundheit durch die Vitamine präventiv so zu stärken, dass Krankheiten von Haus aus keine Chance haben. Hier hilft möglichst naturbelassenes, sprich nicht oder nur kurz erhitztes Essen, viel mehr (gerne auch mal rohes) Gemüse und weniger Obst als Snack. Eher unbekannte Vitaminbomben sind rohes Fleisch (Tartar, Carpaccio) oder Fisch (Sashimi). Von lange gekochten, eingefrorenen, aufgewärmten und frittierten Speisen dürfen Sie dagegen nicht viel Lebendiges erwarten.
Weil dieses Thema so wichtig ist, stelle ich meine Patienten nach Messung auf ihren individuellen Bedarf ein, was dann auch gut und sicher über ein Vitaminpräparat zugeführt werden kann. Fordern Sie damit doch auch mal Ihren Hausarzt heraus – und freuen Sie sich jetzt schon auf eine lebhafte Diskussion.