Fin­ger weg von Fruchtsäften

Wir Men­schen mögen’s süß – sehr zum Leid­we­sen unse­rer Gesund­heit. Doch Zucker för­dert nicht nur die Fett­lei­big­keit, son­dern auch die Kon­zen­tra­ti­on von Harn­säu­re in unse­rem Kör­per. Die Fol­gen sind meist recht schmerzhaft.

Harn­säu­re ent­steht in unse­rem Kör­per durch den Abbau von Puri­nen, die sehr häu­fig zum Bei­spiel in Inne­rei­en, in Erb­sen und Lin­sen vor­kom­men. Aber auch Fruc­to­se, der gefähr­li­che Frucht­zu­cker, führt zu einem Anstieg von Harn­säu­re, da die­ser Zucker die Aus­schei­dung von Harn­säu­re verhindert.

Die gute Nach­richt: Fast alle Tie­re kön­nen Harn­säu­re über ein Enzym zu All­an­toin abbau­en und damit leich­ter aus­schei­den. Nun zur schlech­ten Nach­richt: Uns Men­schen ist die­ses Enzym im Lauf der Evo­lu­ti­on ver­lo­ren gegan­gen. Men­schen­af­fen (Homi­ni­den) und Men­schen schei­den die Harn­säu­re über den Urin (75 Pro­zent) und den Darm (25 Pro­zent) aus.

Steigt die Harn­säu­re in unse­rem Kör­per an, dro­hen Krank­hei­ten, allen vor­an die Gicht und Nie­ren­schä­den. Aber auch im Blut­ge­fäß kön­nen sich scharf­kan­ti­ge Harn­säu­re­kris­tal­le bil­den, wel­che die zar­te Gefä­ß­in­nen­haut, das Endo­thel, auf­raut. So wie ein Anstrei­cher sei­nen Unter­grund erst ein­mal bear­bei­tet, damit die Far­be bes­ser hält, begüns­tigt erhöh­te Harn­säu­re Gefäß­ver­kal­kung. Denn erst auf das ver­letz­te Endo­thel kön­nen sich Blut­fet­te auf­set­zen und ablagern.

Wenn sich zu viel Harn­säu­re ansam­melt, wird die flüs­si­ge und bis dahin völ­lig unge­fähr­li­che Sub­stanz kris­tal­lin und damit poten­zi­ell gesund­heits­schäd­lich. Der Che­mi­ker spricht davon, dass ab die­sem Wert das Lös­lich­keits­pro­dukt über­schrit­ten ist. Falls Ihr Che­mie­stu­di­um schon etwas zu lan­ge her ist, hier ein ein­fa­ches Expe­ri­ment, wel­ches vie­le Kin­der in der Schu­le durch­füh­ren: In eine Tas­se Tee wird Zucker ein­ge­streut und gerührt, bis sich der Zucker auf­ge­löst hat. Gibt man mehr davon zu, kann man ab einer bestimm­ten Men­ge rüh­ren, so lan­ge man möch­te. Der Tee ist dann gesät­tigt mit Zucker – das Lös­lich­keits­pro­dukt ist über­schrit­ten. Ana­log dazu wird die zuvor flüs­si­ge Harn­säu­re ab einem Harn­säu­re­spie­gel über 6,8 Mil­li­gramm pro Dezi­li­ter kristallin.

Homi­ni­den bekom­men kei­ne Gicht. Sie ernäh­ren sich zu gesund. Auch bei den Urein­woh­nern Neu­see­lands war die Gicht bis vor weni­gen Jahr­zehn­ten noch unbe­kannt. Doch heu­te lei­den auch cir­ca 15 Pro­zent Mao­ris unter die­ser Krank­heit. Grund ist der enor­me Anstieg von Zucker in ihrer Ernäh­rung: Sie essen heu­te 50-mal mehr Zucker – der ohne­hin zur Hälf­te aus Fruc­to­se besteht – als frü­her. Indus­tri­ell gefer­tig­te Nah­rungs­mit­tel und Soft­drinks sind zu 100 Pro­zent mit der bil­li­gen Fruc­to­se gesüßt.

Das Krank­heits­ri­si­ko steigt

Die­sen rela­tiv neu ent­deck­ten Zusam­men­hang zwi­schen Zucker und Gicht bestä­tigt auch die renom­mier­te medi­zi­ni­sche Fach­zeit­schrift „Jour­nal of the Ame­ri­can Medi­cal Asso­cia­ti­on“: Men­schen, die täg­lich ein fruc­to­se­rei­ches Getränk zu sich nah­men, hat­ten ein um 74 Pro­zent höhe­res Risi­ko, an Gicht zu erkran­ken, als jene, die ein sol­ches Getränk nur ein­mal im Monat tran­ken. Wer zwei oder sogar noch mehr mit Fruc­to­se gesüß­te Geträn­ke zu sich nahm, zeig­te ein um 97 Pro­zent höhe­res Risi­ko. Par­al­lel dazu steigt die Inzi­denz der Fett­le­ber. Dar­um Fin­ger weg von Frucht­säf­ten, Limo­na­den und den heu­te viel zu süß gezüch­te­ten Früch­ten. Aber auch Alko­hol – vor allem Bier –, Inne­rei­en und Wurst las­sen die Harn­säu­re ansteigen.

In einem basi­schen Milieu kann die Harn­säu­re viel bes­ser aus­ge­schie­den wer­den. Dar­um soll­te unse­re Ernäh­rung viel Gemü­se ent­hal­ten – ger­ne auch ein­mal roh. Das macht ers­tens basisch und ent­hält zwei­tens die glei­chen Vit­ami­ne und Spu­ren­ele­men­te wie Obst, aber kaum Frucht­zu­cker. Hohe Trink­men­gen för­dern zusätz­lich die Aus­schei­dung von Harn­säu­re und die Auf­lö­sung von bereits bestehen­den Kristallen.

So been­den ja auch die Kin­der in der Schu­le ihr Expe­ri­ment: Gibt man in die mit Zucker gesät­tig­te Tee­lö­sung mehr Tee­blät­ter, löst sich der bis­her nicht gelös­te Zucker wei­ter auf.

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Dr. med. Spitzbart

Dr. med. Spitzbart

Facharzt für präventive und orthomolekulare Medizin

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Dr. Spitzbart ist spezialisiert auf präventive und orthomolekulare Medizin und leitet die erste Praxis in Österreich für Gesunde.

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